GESCHICHTE DES FRAUENMUSEUMS

DIE ANFÄNGE

Evelyn Ortner (1944-1997) ist Gründerin des Frauenmuseums und ihre eigene Lebensgeschichte ist sehr eng mit der Konzeption des Frauenmuseums verwoben.

Schon mit 17 Jahren erfasste die gebürtige Vorarlbergerin eine Sammelleidenschaft. Als sie 1968 nach Meran zog, fing sie sehr bald an, im städtischen Kulturleben immer stärker mitzumischen. Mit ihrer Einrichtung des ersten Südtiroler Second-Hand-Shops in Meran lenkte sie auch bald landesweite Aufmerksamkeit auf sich.

1988 mietete sie im Laubenhaus Nr. 68 Räume an und stellte ihre Privatsammlung als sog. „Kleines Museum für Kleid und Tand“ aus. 1993 legalisierte sie das private Museum mit einem Verein, „Frauenmuseum – Die Frau im Wandel der Zeit“ genannt, und wurde dessen Geschäftsführerin. 1997 starb Evelyn Ortner nach schwerer Erkrankung im Alter von erst 52 Jahren und hinterließ ein Frauenmuseum, dessen Aufgaben und Tätigkeiten sich im Lauf der nächsten Jahrzehnte vertiefen und das sich weltweit vernetzen würde.

 

WEITERENTWICKLUNG

Viele Frauen und auch einige Männer waren und sind mit Eifer, Fleiß und Liebe zur Sache dabei – oft mit viel ehrenamtlichen Einsatz, aber auch Opferbereitschaft. Am Anfang unterstützten sie die Gründerin zu ihren Lebzeiten, anschließend halfen sie, das Frauenmuseum zu erhalten.

Das Frauenmuseum hat sich mit seinem kultur- und alltagsgeschichtlichen Fokus in Frauen- und Gendergeschichte ab dem 19. Jahrhundert bis in unsere heutige Zeit spezialisiert. Die Geschichte der Frauenbilder und -rollen wird heutzutage unter dem Genderaspekt sowie der Geschlechtszuordnungen von privat und öffentlich dokumentiert und aufgezeigt.

Durch das Fenster der Erzählmittel „Kleidung, Accessoires und Alltagsgegenstände“ entwickelten sich im Verlauf der Zeit und des gesellschaftlichen Wandels folgende Schwerpunkte:

  • Ende der 1980er Jahre: Die Emanzipation der Frau
  • In den 1990er Jahren: Gleichstellungsfragen
  • Seit dem Jahr 2000: Geschlechtergeschichte und Geschlechtergerechtigkeit.

Des Weiteren entwickelte sich das Museum zu einem interaktiven kulturellen Zentrum, welches heute mit vielen Ausstellungen zu aktuellsten Themen, kulturellen Veranstaltungen und interessanten Rahmenveranstaltungen zu einer Plattform der Begegnung und des Austausches für Menschen aller Altersgruppen aus allen Kulturen ist.

Meilensteine in der Arbeit des Frauenmuseums Meran

2018

2018 feiert das Frauenmuseum sein 30-jähriges Bestehen

  • März: Feier mit den vielen Schenk_erinnen, Vereinsmitgliedern und Gönn_erinnen;
  • November: Tagung zum Thema „Was hat Chancengleichheit mit Frieden, Kultur und Demokratie zu tun?“ mit Fachfrauen aus den jeweiligen Bereichen sowie Vertreterinnen anderer Frauenmuseen.
2013

Der Sitz von International Association of Women’s Museums (IAWM) wird aus verwaltungstechnischen Gründen ins Frauenmuseum Meran verlegt.

Beteiligung am EU-Projekt »She culture« mit anderen Frauenmuseen und Gender orientierten Organisationen

2012

 Teilnahme des Frauenmuseums an der Gründungsversammlung des International Association of Women’s Museums (IAWM)  in Alice Springs (Australien).
Offizielle Ernennung von Astrid Schönweger zur Koordinatorin des Vereines.

2011

Erstausstrahlung des Films »Frauenaktivistinnen im Iran und ihre Brücken zu Südtirol«

2010

 Umzug des Frauenmuseums in das ehemalige Klarissenkloster am Kornplatz

2008
  • Zum 20jährigen Jubiläum: Organisation des „1. Internationalen Kongress der Frauenmuseen“ in Meran unter der Schirmherrschaft der angereisten Friedens-Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi. 25 Vertreterinnen aus 5 Kontinenten nahmen an dem Kongress teil. Es war der Beginn einer weltweiten Zusammenarbeit und Vernetzung mit Frauenmuseen und Initiativen.
  • Verleihung des Human-Rights-International (HRI)-Preises an Nasrin Sotoudeh (Anwältin und Menschenrechtsverteidigerin aus dem Iran), der in Zusammenarbeit mit dem Frauenmuseum vergeben wurde.
2005

 Sissi Prader übernimmt die Geschäftsführung des Frauenmuseums

2004

Gründung des Museumsverband Südtirol mit Sitz im Frauenmuseum, bei dem Sissi Prader mehrere Legislaturen Präsidentin war und die Aufbauarbeit des Museumsverbandes geleistet hat. Sie ist heute noch Vizepräsidentin ist. Der Sitz ist seit einigen Jahren in der Landesabteilung der Museen in der Pascolistraße 2/a, Bozen, umgesiedelt.

2001

Erweiterung des Frauenmuseums und Erweiterung eines Depots unter den Lauben 66

2000

Partnerschaftsvereinbarung mit dem Frauenmuseum Henriette Bathily in Senegal

1998

Ausrufung des „Frauenkulturjahres“ anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Museums, in dem alle möglichen Veranstaltungen mit Frauen und Organisationen organisiert wurden. Astrid Schönweger holte dafür die Netzwerkfrau Sissi Prader ins Boot.

1997

Evelyn Ortner stirbt viel zu früh mit 52 Jahren. Der Verein als Trägerschaft sorgte dafür, dass das Frauenmuseum bis heute weiter existiert.

1993

Gründung des Vereines

1989

Beginn der Mitarbeit von Astrid Schönweger (LINK)

1988

Gründung des Museums von Evelyn Ortner