Amalia Fleischer

In der Gastvitrine des Frauenmuseums lernen Besucher*innen Amalia Maria Fleischer kennen: eine in Wien geborene Jüdin, die den Ersten Weltkrieg in Meran erlebt, später zum katholischen Glauben konvertiert und sich trotz zahlreicher Hürden ein Studium der Philosophie und Rechtswissenschaften in Innsbruck und Rom erkämpft. Anhand von Fotografien, Dokumenten und Briefen wird deutlich, wie ihre Anfrage bei der Bozner Anwaltskammer einen Eklat auslöst: Ist es Frauen überhaupt erlaubt, den Anwaltsberuf auszuüben?

Erst das Sacchi-Gesetz sowie unterstützende Stellungnahmen aus Rom und Triest ebnen ihr schließlich den Weg. Nach langem und hartnäckigem Einsatz wird sie 1935 als erste Anwältin Südtirols zugelassen. Doch der Aufstieg findet ein jähes Ende: Die Rassengesetze von 1938 entziehen ihr die Lehrtätigkeit, streichen sie aus der Anwaltsliste und führen schließlich zu ihrer Verhaftung und Deportation nach Auschwitz.