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Spuren sexualisierter Gewalt in Südtirol. Wanderausstellung zum Forschungsprojekt TRACES.
Die Wanderausstellung Meine Oma, meine Mutter und ich – Spuren der Vergangenheit, Verantwortung für heute widmet sich den transgenerationalen Folgen sexualisierter Gewalt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich Gewalterfahrungen nicht nur auf die direkt betroffenen Frauen, sondern auch auf ihre Kinder und Enkelkinder auswirken – in ihren Beziehungen, ihrem Körperempfinden, ihrem Umgang mit Nähe und Grenzen.
Ausgehend vom Titel spannt die Ausstellung einen Bogen über drei Generationen: von den Erfahrungen der Großmütter in Kriegs- und Nachkriegszeiten über das Aufwachsen der Mütter mit unausgesprochenen Familiengeheimnissen bis hin zu den jüngeren Generationen, die beginnen, Fragen zu stellen, Sprache zu finden und den Kreislauf aus Scham, Schweigen und Schuldzuweisungen zu durchbrechen. Interviewausschnitte, biografische Fragmente, Fotos, Dokumente und künstlerische Elemente machen diese oft verborgenen Geschichten sicht- und spürbar.
Obwohl der Fokus auf Südtirol liegt – mit seinen spezifischen historischen, kirchlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – werden Muster sichtbar, die weit darüber hinausgehen: das Schweigen im familiären Umfeld, Victim-Blaming, institutionelles Wegschauen und die Verharmlosung von Gewalt. Die Ausstellung zeigt, dass sexualisierte Gewalt kein Privatproblem ist, sondern tief in gesellschaftliche Machtverhältnisse eingebettet ist.
„Meine Oma, meine Mutter und ich“ übersetzt die Ergebnisse des Forschungsprojekts TRACES (Transgenerational Consequences of Sexualized Violence) in eine erlebbare Form. Besucher*innen erhalten Einblicke in psychologische und gesellschaftliche Zusammenhänge von Trauma und seiner Weitergabe über Generationen. Gleichzeitig eröffnet die Ausstellung Räume für Reflexion und Empowerment: Sie macht nicht nur Leid, sondern auch Widerstandskraft, Solidarität und Handlungsmöglichkeiten sichtbar.
Ziel der Ausstellung ist es, zu sensibilisieren, Tabus aufzubrechen und Betroffenen wie Nicht-Betroffenen Anknüpfungspunkte zu bieten: zum Zuhören, zum Sprechen, zum Hinsehen – und zur gemeinsamen Übernahme von Verantwortung heute.
Info: Frauenmuseumwww.museia.it
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