Entstehungsgeschichte
Bis 2008 gab es nur sporadische und vereinzelte Kontakte zwischen den Frauenmuseen weltweit. Seit dem Jahr
2000 besteht jedoch eine Partnerinnenschaft zwischen dem Frauenmuseum
"Henriette Bathily" und dem Frauenmuseum in Meran.
Diese hat gezeigt, wie wichtig und fruchtbar der Austausch von Ideen und die Zusammenarbeit für die Qualität der eigenen Arbeit sein kann.
Die Idee eines ersten internationalen Frauenmuseen-Kongresses wurde vom damaligen senegalesischen Kulturminister Wone aufgebracht. Auf einer Weltreise zur Besichtigung diverser
Frauenmuseen erfuhr die damalige Museumsdirektorin Pauline Cockrill von Alice Springs (Australien) im Frauenmuseum Meran von Merans Partnerinnenmuseum in Senegal und reiste daraufhin nach
Gorée/Dakar. Als sie mit ihm bekannt gemacht wurde, schlug der – begeistert von einem lebendigen Netzwerk von Frauenmuseen – einen internationalen Frauenkongress in Dakar vor.
Obwohl diese Idee schlussendlich nicht im Senegal verwirklicht werden konnte, bemühten sich v.a. die Kuratorin Astrid Schönweger und die Leiterin Sissi Prader des Frauenmuseums Meran,
beide bekannt als engagierte Netzwerkfrauen im Lande, weiterhin darum, den Traum eines Kongresses, an dem die Frauenmuseen aus aller Welt endlich einmal zusammen kommen, zu
verwirklichen.
Damit zusammen hing die Vision, dass es eine einmalige Möglichkeit für ein weltweites Netzwerk zu werden versprach. Astrid Schönweger übernahm die wissenschaftliche Leitung des
Kongresses.
Anlässlich des 20. Geburtstags des Meraner Frauenmuseums schenkten sich die
Museumsbetreiberinnen den Kongress als Geburtstagsgeschenk.
Es wurde eine gemeinsame Resolution verabschiedet und das network womeninmuseum gegründet, das Netzwerk der Frauenmuseen.
Eine gemeinsame Internetplattform (www.womeninmuseum.net) wurde entwickelt, die nicht nur
den Kongress, sondern auch eine weltweite Zusammenarbeit zwischen Frauenmuseen und ähnlichen Initiativen unterstützen kann. Das Partnerinnenmuseum in Senegal war ebenfalls sofort Feuer
und Flamme und unterstützte die Realisierung des Kongresses von weitem und es kamen über 20 Frauenmuseen aus allen fünf Kontinenten zu diesem ersten Kongress.
2009 wurde der 2. Kongress im Frauenmuseum Bonn (Deutschland) organisiert und 2010 im Frauenmuseum Buenos Aires, Argentinien (in Zusammenarbeit mit den anderen südamerikanischen
Frauenmuseen). Weitere Kongresse zum konkreten Austausch miteinander sind geplant. 2012 treffen sich die Museen des network womeninmuseum in Alice Springs (Australien)
PATIN - Shirin Ebadi
Shrin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin 2003, wurde als "Mater" zum 1. Int. Kongress der Frauenmuseen eingeladen. Die engagierte Frauenrechtlerin, ehemalige Richterin und Vorsitzende des Teheraner Gerichts, setzt sich für den Kampf gegen Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen im Iran und die Demokratie in ihrem Land ein. Shirin Ebadi hat sich bereit erklärt, nach diesem Kongress weiterhin die Patin des network womeninmuseum zu bleiben und hat zusammen mit iranischen Frauen eine Frauenmuseumsinitiative für den Iran gegründet.